Gemeinsam Gleichgültigkeitsgrenzen überwinden
Der diesjährige ökumenische Kreuzweg in Niedergailbach stand unter dem Motto „Das Kreuz im Fokus“. Ausgehend von der Niedergailbacher Pfarrkirche Bruder Klaus machten sich rund 120 Menschen gemeinsam auf den Kreuzweg. Dieser wird seit 1972 ökumenisch gestaltet.

Bewegende Worte und tiefe Betroffenheit beim Stolperstein, der in der Oberen Straße an die 1939 ermordete Maria Anna erinnert. Pastoralreferent Klaus Scheunig, der das Kreuz zur dritten Station des ökumenischen Kreuzweges der Jugend in Niedergailbach getragen hatte, berichtete davon, dass die damals 37-Jährige im Sanatorium von Schönebeck an der Elbe Opfer des Euthanasie-Programmes des NS-Staats geworden war.

Rund 120 Teilnehmer, darunter viele, die im September vom Speyerer WeihbischofOtto Georgens das Sakrament der Firmung empfangen, waren an der Pfarrkirche Bruder Klaus gestartet, machten am Generationentreff und am Wegekreuz an der Ecke Bischof-Weis-Straße/Obere Straße Station. Dort hielten sie inne, verlasen Texte, sangen Lieder, die von Michael Schieber an der Gitarre begleitet wurden. Im vergangenen Jahr hatte der Kreuzweg in der Pfarrei Heilig Kreuz Gersheim nach mehrjähriger Pause seine „Wiedergeburt“ gefeiert, hatte die Ökumenische Jugendvertretung die Organisation übernommen. In Niedergailbach stand er unter dem Motto „Das Kreuz im Fokus“. Er sollte darauf hinweisen, dass Leid und Tod zu fokussieren zum Verändern und Helfen ermutigen, aber auch zum Ergötzen oder zum Wegschauen verführen könne, jedoch auch zum Hinsehen, mitleiden, aus Liebe zu handeln.

Der Ökumenische Kreuzweg soll mit dem Tod Jesu, dem eigenen Lebensweg und dem Weg unserer heutigen Gesellschaft konfrontieren. Am Wegekreuz aus dem Jahre 1756 und dem Kreuz am Brunnen in der Bischof-Weis-Straße befanden sich die nächsten Haltepunkte. „Die Schatten des Kreuzes“, „Maria“, „Die Last des Kreuzes“, „Die weinenden Frauen“, „Niedergedrückt“, „Täter“ hießen bis dahin die Überschriften. Den Abschluss machte „Gott am Kreuz“ am Kriegerdenkmal bei der Marienkapelle, in deren Innern eine nach den Zeichnungen des evangelischen Geistlichen, Arzt und Malers Dr. Kurt Reuber holzgeschnitzte Stalingrad-Madonna an die Kesselschlacht von Stalingrad erinnerte. Sie wurde 1969 geweiht.

Scheunig erinnerte anfangs des Weges daran, dass in Zeiten der DDR der Jugendkreuzweg eine Gebetsbrücke über die Mauer hinweg darstellte. Bis 1989, als die deutsch-deutsche Mauer fiel, seien Materialien in den Osten geschmuggelt worden. Erstmals wurde der Kreuzweg 1958 im Berliner Waldstadion beim damaligen Katholikentag gebetet. Seit 1972 ökumenisch gestaltet, werden mit ihm Konfessions-, Generationen- und Gleichgültigkeitsgrenzen überwunden.

 
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